Mainz: Mainzer Mobilität und book-n-drive bauen das Carsharing-Angebot weiter aus

26.02.2019

Schub für Carsharing und ÖPNV in Mainz

Mainzer Mobilität und book-n-drive kooperieren – 400 Fahrzeuge als Ziel   

Die Mainzer Mobilität wird mit book-n-drive, dem führenden Carsharing-Betreiber im Rhein-Main-Gebiet, in den kommenden Jahren das Carsharing-Angebot in Mainz ausbauen und gezielt mit den weiteren Mobilitätsangeboten des Umweltverbundes vernetzen. Beide Unternehmen haben dazu Ende 2018 die Mainzer book-n-drive Carsharing GmbH gegründet. Der Mainzer Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Ebling, Verkehrsdezernentin Katrin Eder, Stadtwerke-Vorstand Dr. Tobias Brosze, Udo Mielke und Andreas Hornig, Geschäftsführer book-n-drive mobilitätssysteme GmbH sowie  Martin Trillig und Christian Hoffmann, Geschäftsführer der Mainzer book-n-drive Carsharing Gesellschaft, informierten heute die Medien in Mainz über Einzelheiten der neuen Kooperation und eröffneten gleichzeitig eine Carsharing-Station im Mainzer Zollhafen. In der gemeinsamen Gesellschaft sollen die Aktivitäten im Bereich Carsharing, insbesondere die Koordinierung von Standorten sowie Vertrieb und Marketing gebündelt werden. Ziel ist der nachhaltige Ausbau des Angebots in Mainz und dem Umland. Der Fokus liegt auf stationsgebundenem Carsharing sowie den cityFlitzern, mit denen auch Einwegfahrten zwischen definierten Standorten angeboten werden können.


Oberbürgermeister Michael Ebling freute sich bei der Eröffnung der Carsharing-Station am Gutenberg-Digital Hub am Alten Weinlagergebäude in der Taunusstraße über die Zusammenarbeit. „Der Ausbau von Carsharing in Mainz ist ein Punkt, der im Green City Masterplan definiert wurde. Wir versprechen uns von einer Erweiterung des Angebots und einer gezielten Vernetzung mit den Angeboten der Mainzer Mobilität eine effizientere  Nutzung von Autos im Individualverkehr und letztlich weniger Autofahrten insgesamt im Stadtgebiet. Durch die Digitalisierung entstehen im Bereich der so genannten ,Sharing Economy´ neue Möglichkeiten, die wir für unsere Stadt nutzen wollen.“


Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Ämter nutzen schon seit einigen Jahren die Carsharing-Fahrzeuge von book-n-drive für Dienstfahrten in der Region und zwischen den  Verwaltungsstandorten. Somit profitiert auch die Stadtverwaltung von einem dichter werdenden Netz von schnell erreichbaren Fahrzeugstationen. Die Stadt Mainz spart dabei Geld, weil gleichzeitig in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Dienstfahrzeugen abgeschafft wurde, ohne dass die Flexibilität der Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dadurch eingeschränkt wurde. Ebling: „Dieses Modell ist ausbaubar und kann auch Vorbild sein für Unternehmen und Privatleute, sich über die gewerbliche und private Nutzung von Carsharing Gedanken zu machen.“

Ein wichtiges Ziel der Zusammenarbeit ist für Verkehrsdezernentin Katrin Eder die Vernetzung von Carsharing mit den Angeboten der Mainzer Mobilität. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, dauerhaft ohne eigenes Auto auszukommen und ihre täglichen Mobilitätsbedürfnisse mit dem ÖPNV zu bewältigen.“ Die Basis dafür sei ein gut ausgebauter, moderner und leistungsfähiger ÖPNV. Eder: „Mit der Fortschreibung unseres Nahverkehrsplans schaffen wir hier weitere Verbesserungen für die Zukunft.“ Ebenso wichtig für eine gute Mobilität in der Stadt sei ein funktionierender Rad- und Fußverkehr, denn viele innerstädtische Wege lassen sich zu Fuß und per Rad attraktiv abbilden. Eder: „Viele Menschen nutzen für ihre täglichen Wege in Mainz den Umweltverbund und besitzen trotzdem ein Auto - für die wenigen Fahrten im Monat, in denen das Auto dann eben doch praktisch ist. Zum Großeinkauf, ins Möbelhaus, zum Familienbesuch. Für diese Anlässe möchten wir den Nutzerinnen und Nutzern des Umweltverbundes ein Angebot machen. Gut integriert in die Mobilitätskette ist ein verlässliches Carsharing-Angebot ein wichtiger Teil des Umweltverbundes.“


Das sieht auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG, Dr. Tobias Brosze, so:  „Wir sind davon überzeugt, dass Carsharing als Bestandteil der öffentlichen Mobilitätskette eine wichtige Rolle in Mainz spielt. Die Kundinnen und Kunden der Mainzer Mobilität wollen durchgängige Reiseketten. Dazu gehört auch mal das Auto. Gleichzeitig haben wir - anders als beim Fahrradvermietsystem - kein Interesse daran, selbst zum Flottenbetreiber zu werden. Umso mehr freuen wir uns darüber, mit dem führenden Anbieter hier in der Region nun eine enge Partnerschaft zu pflegen und Mobilität künftig noch stärker gemeinsam zu denken.“ Viele ÖPNV-Nutzer und Radfahrer sind von Zeit zu Zeit auf ein Auto angewiesen oder wollen mit dem Auto mobil sein. Gleichzeitig sind Carsharing-Stammnutzer schon heute in aller Regel überzeugte ÖPNV-Kunden. Brosze: „Das eine geht nicht oder kaum ohne das andere. Insofern macht diese Zusammenarbeit vor allem für unsere Kundinnen und Kunden absolut Sinn.“ Die Mainzer Stadtwerke wollen zudem die E-Mobilität in der Stadt weiter fördern. „Auf Dauer versprechen wir uns auch im Bereich gemeinsamer Testfelder für Elektromobilität viel von der neuen Partnerschaft. Carsharing kann ebenso wie ÖPNV eine gute Möglichkeit sein, Menschen mit neuen Technologien wie Elektromobilität vertraut zu machen.“


Die beiden Geschäftsführer der book-n-drive mobilitätssysteme GmbH Udo Mielke und Andreas Hornig wiesen darauf hin, dass „book-n-drive“ mit 93 stationsbasierten Autos an 35 Stationen schon heute über ein gutes Netz von stationsgebundenen Fahrzeugen unterschiedlicher Größen und Klassen verfügt. Die ca. 50 cityFlitzer in Mainz, für spontane und flexible Fahrten, sind eine gute Ergänzung dazu. Hornig: „Unser Ziel ist es, die Flotte der in Mainz stationierten Fahrzeuge in den kommenden drei bis vier Jahren auf bis zu 400 Fahrzeuge auszuweiten und damit ein wesentlich engmaschigeres Netz mit großer Verlässlichkeit zu schaffen.“ „Ganz wesentlich für die Akzeptanz von Carsharing ist eine hohe Verfügbarkeit und Sichtbarkeit. Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, jederzeit ein passendes Fahrzeug für ihren Mobilitätszweck erhalten zu können“, verdeutlicht Mielke den Vorteil der neuen Kooperation. 


Christian Hoffmann, einer der beiden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, ergänzt: „Uns ist es wichtig, dass Carsharing unsere ÖPNV-Angebote in Mainz bestmöglich ergänzt. Deshalb legen wir in der Konzeption des Angebotes großen Wert darauf, dass Carsharing den ÖPNV, aber auch den Rad- und Fußverkehr, nicht kannibalisiert. Daher streben wir kein reines free-floating-System an, mit dem kurze Einwegfahrten für kleines Geld innerhalb der Stadt attraktiv werden. Der ÖPNV muss immer die Basis bilden.“

 

Fotos: Stadtwerke Mainz AG